Wer?
Pfarramts-Sekretärin Margit Leopold berichtet im Interview über Ihre Arbeit.
Margit, wie lange bist Du im Gemeindebüro als Pfarramtssekretärin tätig?Ich bin jetzt sechzehn Jahre im Pfarrbüro und habe die Stelle als "Pfarramtshelferin" von Karl-Heinz Meyer übernommen. Für ihn war die Stelle mehr ein Hobby. Er war fast jeden Vormittag im Pfarrbüro anzutreffen. In welchen Zeiten ist denn das Pfarrbüro von Dir besetzt?
Montag von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr. Schaffst Du denn die anfallende Arbeit in dieser Zeit oder geht das dann auch in ein "Ehrenamt" über?
Ein bißchen schon, ab und zu mache ich aber auch mal eine Überstunde. In der Bürozeit mache ich die anfallende Büroarbeit, Schreibarbeit, Telefondienst, das Erstellen der Kirchenbücher. Seid 1663 werden ununterbrochen die Kirchenbücher für unsere Kirchengemeinde geführt. Früher wurde das handschriftlich gemacht, dann mit der Schreibmaschine und jetzt mit dem PC. Die Daten werden dann ausgedruckt und ungefähr alle zehn Jahre als Buch gebunden. Für wen sind die Kirchenbücher interessant?
Für die Ahnenforscher. Gerade im Sommer kommen einige aus Amerika, deren Vorfahren dorthin ausgewandert sind, um ihren Familienstammbaum zu vervollständigen. In der vergangenen Woche erkundigten sich Leute aus Neuseeland nach ihren Vorfahren und es war ein Niederländer hier. Aber die Ahnenforschung mache ich eher in meiner Freizeit. Um 1800 und etwas später war eine große Auswanderungswelle in die Niederlande und nach Amerika. Aus den Niederlanden gingen auch noch einige unserer Vorfahren nach Australien. In den Kirchenbüchern werden die Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen, Konfirmationen und Beerdigungen dokumentiert. Was muß ich mir unter der "Büroarbeit" vorstellen?
Normale Büroarbeit wie Schriftverkehr,
Aktenverwaltung. Die Haussammlung und das Ausstellen
von Spendenbescheinigungen macht auch viel Arbeit.
Dann stelle ich noch Patenscheinen aus. Natürlich
betreue ich die die Besucher, die mit ganz unterschiedlichen
Anliegen ins Pfarrbüro kommen. Die Taufen,
Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen werden
von mir in die Kirchenbücher, Stammbücher
und die Gemeindegliederkartei eingetragen. Die
Silbernen, Goldenen, und Diamantenen Konfirmationen
werden vorbereitet. Die Adressen werden ausfindig
gemacht und natürlich die Jubiläumskonfirmationsscheine
ausgestellt.
Die Zeit für die Büroarbeit ist einfach
zu knapp um alles erledigen zu können. Das
geht meinen Kolleginnen in den anderen Kirchengemeinden
aber auch so. Hast Du regelmäßigen
Kontakt mit den anderen Pfarramtsgehilfen aus
dem Kirchenkreis?
Wir treffen uns regelmäßig jedes Jahr einmal zum Erfahrungsaustausch, meistens in Bad Essen. Dazu kommt auch jemand von der Landeskirche Hannover. Du lernst ja auch viele Menschen kennen. Kannst Du Dich da an ein besonderes Erlebnis erinnern?
Ja sicher, viele unserer Gemeindeglieder kommen schon mal ins Pfarrbüro. Interessant sind auch die Ahnenforscher aus dem In- und Ausland, die Neues über ihre Vorfahren erfahren möchten oder die Nichtseßhaften, die gern die Pfarrämter auf dem Weg durch die Lande aufsuchen. Margit, vielen Dank für Deine Ausführungen und weiterhin viel Elan für Deine Tätigkeit im Pfarrbüro!
Simone Egli-Kroll
