Neunzehn - und ein bischen weise.

Interview mit dem Chorleiter vom Kirchenchor Brockhausen-Rabber, Daniel Skibbe.

Du bist seit diesem Sommer der neue Chorleiter von unserem Kirchenchor in Brockhausen-Rabber. Stell Dich doch bitte einmal vor! Ich bin Daniel Skibbe und bin mittlerweile 19 Jahre alt und komme aus Westerhausen / Melle. Da wohne ich auch schon seit 19 Jahren mit meinen Eltern und einer jüngeren Schwester. Mit 16 Jahren habe ich meine Chorleiterausbildung bei Frau Fuchs in Osna-brück gemacht, das ist die Kirchenmusikdirektorin. Daneben habe ich auch die Orgelprüfung abgelegt. Die letzte Prüfung für die Orgel wird jetzt am 4. November sein. Das ist dann die C-Prüfung.

Wie kommt ein junger Mensch wie Du dazu Chorleiter zu werden?

Ursprünglich wollte ich gar nicht Chorleiter werden. Ich wollte Organist werden. Durch den Konfirmandenunterricht mußte man ja auch den Gottesdienst besuchen. Ich ging in Oldendorf zur Kirche und da gibt es eine wunderschöne Orgel, die großen Eindruck auf mich ge-macht hat. Ich hatte vorher schon Keyboard gespielt, aber die Orgel hat mich einfach faszi-niert, mit den Pedalen und Registern und dem tollen Klang. Wir haben den Kreiskantor, Andreas Opp angesprochen, ob es möglich ist Orgelunterricht zu nehmen. In unserem Kirchenkreis muß man, wenn man die Orgelausbildung machen möchte, auch eine Chor-leiterausbildung haben. Pflicht ist auch in einem Chor mitzusingen oder einen Chor zu leiten. Das habe ich dann in der Melle-Petri Kantorei gemacht. Da bin ich ganz gut rein-gekommen, zumal ich vorher noch nie in einem Chor gesungen habe. Nach ein paar Wo-chen bin ich dann auch in den Kammerchor gegangen. Das Singen macht mir sehr viel Freude und so bin ich eigentlich zufällig Chorleiter geworden.

Kommst Du aus einer musikalischen Familie?

Nicht eigentlich. Mein Opa war sehr musikalisch, den habe ich aber leider nicht kennen gelernt. Er hat Akkordeon gespielt und den Spielmannszug angeführt.

Was machst Du denn jetzt beruflich?

Ich bin in der Erzieherausbildung im dritten Jahr. Vier Jahre sind es insgesamt. Das ist leider immer noch ein frauentypischer Beruf, wir sind nur zwei Jungen in der Klasse. Meine Musikalität und meine Chorausbildung kommt mir natürlich in diesem Bereich zugute, gerade bei den Kindergarten-Kindern. Hier wird oft zu tief mit den Kindern gesungen, tiefe Töne nehmen die Kinder nicht wahr und dann erlernen die Kinder das Singen nicht richtig. Neben dem Kindergarten gibt es auch für mich die Möglichkeit in einem Heim oder im sonderpädagogischen Bereich zu arbeiten. Da habe ich mich noch nicht festgelegt. Wie bist Du denn jetzt der Kirchenchorleiter von Brockhausen-Rabber geworden? Ich habe meinen Kreiskantor Herrn Opp immer genervt, weil ich die Chorleiterausbildung hatte aber keinen Chor. Mein Problem war, ich war noch nicht mobil. Irgendwann sprach Herr Opp davon, daß der Ulrich Oechslein aufhört und ich in Rabber den Chor leiten könnte. Das habe ich dann auch sehr gerne getan.

Wie gefällt es Dir hier?

Mir gefällt es sehr gut hier und der Chor ist auch total gut motiviert. Es macht mir richtig Spaß ihn zu leiten. Besonders weil der Chor auch bereit war, eine Kantate einzuüben. Die meisten Chormitglieder schaffen es auch immer regelmäßig zu den Proben zu kommen und üben auch immer sehr gut mit. Es sind überhaupt sehr nette Leute hier in der Kirchengemeinde. Auch mit der Pastorin arbeite ich sehr gut zusammen. Mir wurde hier auch die Orgelstelle angeboten, aber ich möchte mich an den Sonntagen noch nicht so festlegen. So habe ich nach wie vor Zeit auch in den anderen Gemeinden Orgel zu spielen. Ich spiele z.B. sehr gerne Orgel in Melle Petri, auf der Christian-Vater-Orgel, mit drei Manualen und 37 Register. Oder ich mache Kirchenmusik zusammen mit Gerd Kruse.

Hast Du neben den musikalischen Interessen noch Zeit für andere Hobbies?

Neben der Erzieherausbildung habe ich dreimal die Woche Chorprobe, zwischendurch noch Kammerchorprobe, dann habe ich Orgelunterricht, Klavierunterricht und Gesangs-unterricht. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Hobbies.

Was hast Du Dir in Rabber für die Zukunft alles vorgenommen?

Bis zum 27. Oktober üben wir die Briegelkantate ein. Das ist ein sehr anspruchsvolles Musikstück. Vereinfacht gesagt, werden mehrere Stücke hintereinander in besonderer Weise gesungen. Dann möchte ich gerne nächstes Jahr einige Choräle für den gottesdienstlichen Gebrauch einüben. Insgesamt möchte ich das Repertoire des Chores erweitern mit Eingangslieder, Ausgangslieder, Halleluja, Kyrie und so weiter. Vielleicht können wir auch mal ein Benefizkonzert mit dem Chor veranstalten. Ich persönlich werde am 19. Januar 2003 um 17 Uhr in Melle Petri ein Benefiz-Orgelkonzert geben für die Mukoviszidosekranken. Wer mehr darüber wissen möchte kann mich gerne darauf ansprechen.

Daniel, ich freue mich, daß unser Kirchenchor so einen engagierten Chorleiter gefunden hat und wünsche Dir für deine persönlichen und musikalischen Projekte alles Gute. Vielen Dank für dieses Interview!

(Simone Egli-Kroll)