Das Lied der roten Soße im neuen Gemeindehaus - ein Rückblick
Ich bin ein Priviligierter in der Kirchengemeinde Barkhausen-Rabber. Ja genau, ein Priviligierter, weil ich ehrenamtlicher Mitarbeiter der Kirchengemeinde bin und daher eine Einladung zum Mitarbeiterfest im November 2002 in das umgebaute Gemeindehaus erhalten habe.
Man wollte uns Dank abstatten für die kostenlose
Mitarbeit, die billige Arbeitskraft. Ja, ja so
ist Kirchens. Es war ein schöner Abend, der
Gemeindesaal war voll, sollten das wirklich alles
Ehrenamtliche sein? alles Priviligierte? Erstaunlich
für eine so kleine Kirchengemeinde. Bei dem
schönen Imbiss und den leicht alkoholisierten
Getränken, die uns angeboten wurden, dachte
ich an so manche Situation in unserer Kirchengemeinde
im Jahr 2002. Da war der absolute Höhepunkt
des Jahres, die Neueröffnung des umgebauten
Gemeindehauses im Januar. Abgesehen von kleinen
Mängeln, die wohl bei jedem Bau vorkommen,
ist es wirklich ein Schmuckstück geworden.
Das haben die meisten Besucher so gesagt, und
das denke ich auch. Selbst der Kirchenkreistag
wollte es sich nicht nehmen lassen, das Haus zu
besichtigen. So wurde die Sitzung dieses Gremiums
im Oktober in Rabber abgehalten. Schön habt
ihr das gemacht, das hörten wir von allen
Seiten. Könnt ihr gut sagen, ihr braucht
das ja auch nicht bezahlen, habe ich zuerst gedacht.
Aber um bei der Wahrheit zu bleiben, die Hälfte
des benötigten Geldes hat der Kirchenkreis
durch Beschluss des Kirchenkreistages beigesteuert.
Als Dank durften sie dann ja wohl auch die Sitzung
in Rabber abhalten.
Übrigens der Kirchenvorstand, das ist der
KV, hat uns an dem Fest mit einigen Sketschen
unterhalten. Ich denke da an die Trauung der Zukunft
mit mancherlei Sponsoring (Herforder Pils und
so). Es war köstlich. Ach und der zweite
Höhepunkt des Jahres, das 150jährige
Jubiläum unseres Kirchenchores. Man denkt
von einem Jubiläum zum anderen Jubiläum.
Der Chor hat sich im Mai einen gemütlichen
Abend gegönnt. Im August, am Tag der Kirchenchöre,
waren die Kirchenchöre aus dem Kirchenkreis
zu Gast in Rabber. Im September folgte der Volksliederabend
und im Oktober der große Auftritt im Festgottesdienst.
Zwei Kantaten mit Orchesterbegleitung sind schon
eine besondere Leistung. Vielen Dank, es war ein
Ohrenschmaus. In dem Zusammenhang fällt mir
ein, der Wechsel in der Chorleitung von Herrn
Oechslein zu Herrn Skibbe gelang reibungslos.
Bei Kirchenmusik fällt mir ein, der Gospelchor
hat auch unter neuer Leitung wieder Fahrt aufgenommen.
Warum fällt mir eigentlich bei dem Stichwort
Kirchenmusik soviel ein? Liegt es daran, dass
Musik ein besonderes Merkmal unserer Gemeinde
ist? Dann allerdings habe ich auch anzumerken,
dass es jawohl an der Zeit ist, die Barkhauser
Orgel zu renovieren, wenn sie spielbar bleiben
soll. Ein fester Organist wäre auch schön.
Seit Katja weg ist, kommen verschiedene Orgelklänge
in unsere Kirchen. Ich denke da an Daniel Skibbe,
an Elisabeth Mönter, an Ansgar Siemens, Klaus
Brack und Dagmar Schiller. Es ist schon abwechslungsreich,
aber ein eigener Organist hat auch was für
sich. Wenn ich noch weiter denke, kommt auf die
Barkhauser Bläser das Posaunenfest 2004 zu.
Mit dem Umbau dieses Hauses sind auch die Jugendräume
im Keller umgebaut worden. Kein Vergleich zu früher,
habe ich bei der offiziellen Wiedereröffnung
der Teestube im Oktober gedacht. Viele Offizielle
waren gekommen, auch zu dem vorausgegangenen Jugendgottesdienst.
Da kommen mir auch die anderen besonderen Gottesdienste
in den Sinn. Es sind ja nur 52 Sonntage im Jahr.
Wenn ich davon die besonderen Gottesdienste abziehe,
bleiben nur ein paar normale. Erinnern sie sich?
Ordination Heike geborene Zösche, 90 Jahre
Marienkirche Rabber, Vorstellung der Konfirmanden,
Passionsandachten, die Osternacht gestaltet von
den Männern (schon denke ich wieder an unseren
fehlenden Organisten), Konfirmation, Tauf-Erinnerungsgottesdienst,
Himmelfahrt in Ostercappeln, mit der SELK an den
Saurierspuren, 10jähriges Mäusejubiläum,
mit SELK im Zelt der Feuerwehr Rabber, Tag des
offenen Denkmals, Diamantene, Goldene und Silberne
Konfirmation, Gottesdienst mit dem Kindergarten
Brockhausen im Vorfeld des Erntedankfestes, Jubiläumskonzert
Kirchenchor, Frauengottesdienst, usw., usw. Ich
frage mich manchmal woher Frau Stallmann die Sonntage
für normale Gottesdienste nimmt?
Bei einem weiteren Sketsch des Kirchenvorstandes
denke ich an diese Leute, die das Geschick der
Gemeinde lenken sollen. Über was reden
die eigentlich immer so. Was haben die zu
beschließen. Bisher habe ich gedacht, die
geben bestimmt überall nur ihren Senf dazu.
Große Klappe aber sonst? Aber halt, neulich,
es war so Mitte September, ich traue meinen Augen
nicht, wer malocht denn da vor dem Gemeindehaus?
Nachdem ich meine Brille aufgesetzt habe, die
muss ich aufsetzen wenn ich neugierig bin, erkenn
ich doch fast den ganzen KV, wie er in der Erde
buddelt, Pflanzen einsetzt, begießt, schneidet,
mit anderen Worten, die Außenanlage herrichtet.
Bevor ich noch denken konnte, wenn das man was
wird, erkannte ich doch einen einheimischen Gartenarchitekt,
nach dessen Anweisungen der KV arbeitete. Mal
was neues für den KV. Ohne den Fachmann wäre
die Außenanlage vermutlich nicht so schön
geworden.
Andererseits muß ich aber wohl auch anerkennen,
dass die Kirchenvorstandsarbeit nicht nur verantwortungsvoll
ist, sondern auch Zeit kostet. So im Durchschnitt
eine Sitzung im Monat und ab und zu eine Klausurtagung
über mehrere Tage. Also schön, dem KV
sei gedankt. Auch für die Vorbereitung dieses
Festes und dafür, dass sie sich um unser
leibliches Wohl an diesem Abend kümmern.
Einer macht sogar mit seiner rollenden Disco heute
Abend die Musik, und das eine oder andere Tänzchen
habe ich auch gewagt. Dabei denke ich, wo sind
wir denn hier eigentlich, Tanz im Gemeindehaus,
Sketsche über die Kirche und wie bin ich
noch auf die rote Soße als Überschrift
über meine Gedanken gekommen?
Ach ja, der DJ (heißt Discjockey oder Plattenaufleger)
spielte das Lied der roten Soße. Die Kids
(das sind die Kinder und Jugendlichen) sagen dazu
Ketchup Song. Also plötzlich waren die Kids
auf der Tanzfläche und wir älteren Ehrenamtlichen
trauten unseren Augen nicht. Die tanzten mit Handbewegungen,
ich weiß gar nicht mehr was ich eigentlich
denken sollte. Das hatte mit Tanzen, wie ich es
verlernt habe, nichts zu tun. Aber wie das so
ist, es war der Schlager des Abends und wir haben
diese Verrenkungen dank der guten Vorbilder auch
hinbekommen, auch noch im richtigen Takt. Der
Ketchup Song bleibt mir sicherlich in Erinnerung.
Bevor das Fest zu Ende ging, schweiften meine
Gedanken dann noch ein wenig in die Zukunft. Was
steht uns im Jahr 2002 noch bevor? Hoffentlich
können die Glocken in Rabber bald wieder
betätigt werden. Es ist schon deprimierend,
neue Glocken im Turm zu haben und nicht läuten
zu können. Andererseits wundere ich mich,
dass gerade die unmittelbaren Nachbarn den Krach
vermissen. Andernorts beschweren sich Bürger,
dass sie in ihrer Ruhe gestört werden vom
ewigen Gebimmel, manchmal wird sogar vor Gericht
wegen ruhestörendem Lärm geklagt. In
Rabber ist doch die Welt noch in Ordnung, auch
oder erst recht, wenn wieder geläutet werden
kann.
Was Kulturelles sollte auch mal angeboten werden.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass zum Beispiel
bei einer Dichterlesung mit Musik von zwei Profis
der Saal des Gemeindehauses zu füllen wäre.
Zumal wir in unserer Gemeinde mit Frau Trumm und
Herrn Ventker zwei Profis haben. Ich denke auch
wieder an den Musikalischen Gottesdienst zum 1.
Advent. Die Chöre werden uns hoffentlich,
wie in jedem Jahr, erfreuen können. Na, und
dann läuft das Jahr so seinen Gang. Heiligabend,
Weihnachten, Sylvester und schon ist 2002 vergangen
und wir sind wieder ein Jahr älter geworden
PS. Ich habe mir inzwischen erzählen lassen,
dass der literarische Abend mit vollem Erfolg
stattgefunden hat, dass man sich am Chorgesang
am 1. Advent erfreuen konnte, insbesondere soll
es ein Genuss gewesen sein zu sehen, wie sich
die Sängerinnen und Sänger in ihrem
einheitlichen Outfit vor dem Altar aufbauten.
Die Glocken, die konnte auch jeder wieder hören.
Bleibt mir noch zu sagen, dass unsere Kirchengemeinde
mit der Zeit geht, nicht nur beim Feiern, nein,
auch bei der Darstellung in den heutigen neuen
Medien. Über viele Veranstaltungen können
Sie sich in Wort und Bild im Internet informieren.
Ich tue das auch unter www.kibara.de ;-))
Ein Mitarbeiter
