Der geheimnisvolle Leuchter und das Wunder von Chanukka
Über jüdisches Leben und jüdische Feste.
Was konnten Interessierte zu diesem Thema erwarten? Zunächst einmal beim Eintreffen liebevoll mit Brot , Wein, Obst und mehr gedeckte Tische und eine kleine Ausstellung von Bildern und besonderen Gebrauchsgegenständen für das Leben im jüdischen Glauben.
Frau Kalbhenn führte mit Unterstützung ihres Mannes unter diesem Titel in das jüdische Festjahr ein. Die Sieben-Tage-Woche ist eine der Gemeinsamkeiten von Christen und Juden. Die Juden feiern an Stelle unseres Sonntags den Sabbat als höchsten jüdischen Feiertag im Gedenken an die Schöpfung und in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten. Während des Sabbats darf nicht gearbeitet werden, ein Synagogenbesuch ist Pflicht.
Beginn des Sabbats ist am Freitagabend und beginnt mit dem Anzünden von zwei Kerzen und endet am Samstag bevor die ersten drei Sterne am Himmel stehen mit einer besonderen Zeremonie. Während der gemeinsamen Mahlzeiten gibt es einzuhaltende Rituale, wie z.B. einen Wein- und Brotsegen.Wein und Brot konnten wir u.a. kosten, da Frau Kalbhenn dieses, eigens für den Sabbat vorgesehene, geflochtene Brot gebacken und mitgebracht hatte. Brot und Wein stehen ebenso wie bei unserem Abendmahl mit einem Tuch zugedeckt auf dem Tisch. Während des einwöchigen Passafest im April, das zur Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten durch Moses Hilfe gefeiert wird, essen die Juden nichts Gegorenes.
Das Laubhüttenfest ist zu Beginn des Vollmondes im September/Oktober. Es ist ein mit viel Freude verbundenes farbenprächtiges Fest zum Erntedank.
Das Neujahrsfest ist ebenfalls im September/Oktober und beinhaltet Buße, Gebet und Wohltätigkeit. Das Brot für diese Tage ist rund. Daran schließt sich der Versöhnungstag an, es ist ein Fasttag und gleichzeitig der persönlichste höchste Feiertag eines Juden, während des Gottesdienstes werden weiße Sterbekleider getragen.
Chanukka, ein achttägiges Lichterfest wird im Dezember gefeiert. Der Chanukkaleuchter hat acht Arme. Täglich wird ein Licht mit Hilfe des "Neunten Dienstlichtes" angezündet. Dieses Fest liegt in zeitlicher Nähe zu unserem Weihnachtsfest, die Feste haben aber keine Beziehung zueinander.
Im Monat Februar/März wird Purim gefeiert.Dieses Fest bezieht sich auf das Buch Esther, dabei geht es um eine geplante Judenverfolgung, die durch Esther verhindert wird. Heute erinnert dieses Fest ein wenig an unseren Karneval.
Die Wurzeln der Christen und Juden sind die gleichen: das Alte Testament. Für ein zumindest ansatzweise besseres Verständnis der jüdischen Feiertage und mehr, mag dieser Abend mit Frau Kalbhenn, die engagiert vortrug, verholfen haben. Unterbrochen war ihr Vortrag von jiddischer Musik und aufgelockert durch die leckeren Kostproben der jüdischen Küche. Schade, dass zu diesem informativen und unterhaltsamen Abend mit vielen Leckerbissen so wenig Besucher begrüßt werden konnten. Sie haben etwas verpaßt!
Ilse Bockbreder-Ilsemann
