Lutherfahrt nach Wittenberg

Am 28. Oktober starteten 28 Interessierte „auf den Spuren Martin Luthers“ Richtung Wittenberg.

Das erste Ziel war Wikipedia: EisenachEisenach, wo Luther 3 Jahre die Georgenschule besuchte und sich mit „Kurrendesingen“ seinen Unterhalt verdiente. Er wohnte bei Frau von Cotta im jetzigen Lutherhaus, später war er mehrfach in der Stadt. Ebenfalls in Eisenach befindet sich das interessante Bachhaus. Hier wurde die Gruppe von Birgit Varwig, die jetzt in Eisenach lebt, mit frischem Apfelsaft begrüßt und bewirtet.

Oberhalb der Stadt liegt die Wikipedia: WartburgWartburg. Als Luther auf dem Reichstag zu Worms als vogelfrei erklärt worden war, d.h. jeder hätte ihn ungestraft töten können, hatte ihn Friedrich der Weise dorthin entführen lassen. Als „Junker Jörg“ lebte er hier unerkannt und übersetzte das neue Testament ins Deutsche. Damit hat er entscheidend zum Entstehen der deutschen Sprache beigetragen.

Voller neuer Eindrücke und hungrig erreichten wir das vorzügliche Hotel Linderhof in Erfurt.

Zweiter Tag: Erfurt

In Wikipedia: ErfurtErfurt studierte Luther von 1501 bis 1505 an der schon damals berühmten Universität zunächst Rechtswissenschaften auf Wunsch seines Vaters. Als in einem schrecklichen Gewitter der Blitz neben ihm einschlug, änderte sich sein Leben total. Er wurde Mönch und trat in das Kloster ein. Von den über 40 Klöstern in Wittenberg zu der Zeit suchte er sich das strengste aus, den Augustiner Eremiten Orden. In den Klosteranlagen befand sich eine sehenswerte und umfangreiche Ausstellung über sein gesamtes Leben. An vieles wurde man erinnert, was man vor zig Jahren im Konfirmandenunterricht gelernt hatte. Beeindruckend war ein wertvolles Buntglasfenster aus dem 14. Jahrhundert.

Dritter Tag: Eisleben, Wittenberg, Magdeburg

Am dritten Tag ging es nach Wikipedia: EislebenEisleben. Hier wurde Luther am 10. November 1483 geboren. In seinem Geburtshaus und einem angrenzenden Neubau befand sich eine weitere interessante Ausstellung. Daneben standen die Petrikirche – seine Taufkirche – und die Andreaskirche, in der er seine letzten Amtshandlungen vollzog, auf dem Programm. Natürlich war Zeit für eine Pause für ein Luthermahl in der Lutherschenke. Luther starb hier in Eisleben am 18. Februar 1546 im Kreis von Freunden.

Unsere Reise führte uns jetzt nach Wikipedia: WittenbergWittenberg ins ausgezeichnete „Lutherhotel“ mitten in der Stadt. Hier war Luther als Theologieprofessor tätig. Über den Ablasshandel war er so erbost, dass er 95 Thesen dagegen veröffentlichte. Letztendlich führte dies zur Reformation. Am 4. Tag dann eine Stadtführung durch Wittenberg und das Lutherkloster. Hier hat seine Frau Käthe gewirtschaftet und einen sehr großen Haushalt mit wenig Geld bewirtschaftet. Eine gute Einnahmequelle war da das selbstgebraute „Lutherbier“.

Auch hier wieder eine interessante Ausstellung. Luther war eigentlich Pastor an der Stadtkirche, allerdings ist er in der Schlosskirche begraben. Und die Legende sagt, er habe die Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Neben Luther ist besonders Lukas Cranach der Ältere (Maler) hier bekannt.

Den Nachmittag verbrachten wir dann in Wikipedia: TorgauTorgau. Manchem vielleicht dadurch bekannt, dass sich hier Russen und Amerikaner nach dem Krieg begegnet sind. Katharina von Bora stammt von hier, hier wurden beide auch 1525 getraut. Der Ausbruch der Pest veranlasste Katharina sechs Jahre nach dem Tod ihres Mannes, der sie unversorgt zurückgelassen hatte, mit den Kindern Wittenberg zu verlassen und nach Torgau zu ziehen, Hier starb sie an den Folgen eines Reiseunfalls (Beckenbruch) im gleichen Jahr und fand ihre letzte Ruhestätte in der Hallenkirche St. Marien. Dort ist auch ihr Grabmal zu sehen. Es war beeindruckend, den Reformationstag in Wittenberg zu erleben. Auf den Straßen ein mittelalterlicher Markt mit vielen Menschen bei strahlend schönem Wetter. Der Reformationstag ist hier ja Feiertag. Mehrere Konzerte wurden angeboten. Vormittags Festgottesdienste in Schloß- und Stadtkirche. Diesen Tag konnte jeder für sich gestalten.

Wikipedia: MagdeburgMagdeburg wurde auf der Rückreise nach Rabber als Zwischenstopp angefahren. Der Dom ist das Ziel. Mehrmals hinterließen Kriege ihre Spuren, besonders stark war er im zweiten Weltkrieg betroffen. In ihm fand Otto I, der Große (936 – 973) seine letzte Ruhestätte. Hier war der Mittelpunkt der von ihm betriebenen Slawenmission. Abends kamen wir heil zu Hause an.

Rudolf Schoster