Lutherfahrt nach Wittenberg
Am 28. Oktober starteten 28 Interessierte „auf den Spuren Martin Luthers“ Richtung Wittenberg.
Das erste Ziel war
Eisenach, wo Luther 3 Jahre die Georgenschule besuchte
und sich mit „Kurrendesingen“ seinen Unterhalt verdiente. Er wohnte bei Frau
von Cotta im jetzigen Lutherhaus, später war er mehrfach in der Stadt.
Ebenfalls in Eisenach befindet sich das interessante
Bachhaus. Hier wurde die Gruppe von Birgit Varwig, die jetzt in Eisenach
lebt, mit frischem Apfelsaft begrüßt und bewirtet.
Oberhalb der Stadt liegt die
Wartburg. Als Luther auf dem Reichstag zu Worms
als vogelfrei erklärt worden war, d.h. jeder hätte ihn ungestraft töten
können, hatte ihn Friedrich der Weise dorthin entführen lassen. Als „Junker
Jörg“ lebte er hier unerkannt und übersetzte das neue Testament ins
Deutsche. Damit hat er entscheidend zum Entstehen der deutschen Sprache
beigetragen.
Voller neuer Eindrücke und hungrig erreichten wir das vorzügliche Hotel Linderhof in Erfurt.
Zweiter Tag: Erfurt
In
Erfurt studierte Luther von 1501 bis 1505 an der schon damals berühmten
Universität zunächst Rechtswissenschaften auf Wunsch seines Vaters. Als in
einem schrecklichen Gewitter der Blitz neben ihm einschlug, änderte sich
sein Leben total. Er wurde Mönch und trat in das Kloster ein. Von den über
40 Klöstern in Wittenberg zu der Zeit suchte er sich das strengste aus, den
Augustiner Eremiten Orden. In den Klosteranlagen befand sich eine
sehenswerte und umfangreiche Ausstellung über sein gesamtes Leben. An vieles
wurde man erinnert, was man vor zig Jahren im Konfirmandenunterricht gelernt
hatte. Beeindruckend war ein wertvolles Buntglasfenster aus dem 14.
Jahrhundert.
Dritter Tag: Eisleben, Wittenberg, Magdeburg
Am dritten Tag ging es nach
Eisleben. Hier wurde Luther am 10. November 1483
geboren. In seinem Geburtshaus und einem angrenzenden Neubau befand sich
eine weitere interessante Ausstellung. Daneben standen die Petrikirche –
seine Taufkirche – und die Andreaskirche, in der er seine letzten
Amtshandlungen vollzog, auf dem Programm. Natürlich war Zeit für eine Pause
für ein Luthermahl in der Lutherschenke. Luther starb hier in Eisleben am
18. Februar 1546 im Kreis von Freunden.
Unsere Reise führte uns jetzt nach
Wittenberg ins ausgezeichnete
„Lutherhotel“ mitten in der Stadt. Hier war Luther als Theologieprofessor
tätig. Über den Ablasshandel war er so erbost, dass er 95 Thesen dagegen
veröffentlichte. Letztendlich führte dies zur Reformation. Am 4. Tag dann
eine Stadtführung durch Wittenberg und das Lutherkloster. Hier hat seine
Frau Käthe gewirtschaftet und einen sehr großen Haushalt mit wenig Geld
bewirtschaftet. Eine gute Einnahmequelle war da das selbstgebraute
„Lutherbier“.
Auch hier wieder eine interessante Ausstellung. Luther war eigentlich Pastor an der Stadtkirche, allerdings ist er in der Schlosskirche begraben. Und die Legende sagt, er habe die Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Neben Luther ist besonders Lukas Cranach der Ältere (Maler) hier bekannt.
Den Nachmittag verbrachten wir dann in
Torgau. Manchem vielleicht dadurch
bekannt, dass sich hier Russen und Amerikaner nach dem Krieg begegnet sind.
Katharina von Bora stammt von hier, hier wurden beide auch 1525 getraut. Der
Ausbruch der Pest veranlasste Katharina sechs Jahre nach dem Tod ihres
Mannes, der sie unversorgt zurückgelassen hatte, mit den Kindern Wittenberg
zu verlassen und nach Torgau zu ziehen, Hier starb sie an den Folgen eines
Reiseunfalls (Beckenbruch) im gleichen Jahr und fand ihre letzte Ruhestätte
in der Hallenkirche St. Marien. Dort ist auch ihr Grabmal zu sehen.
Es war beeindruckend, den Reformationstag in Wittenberg zu
erleben. Auf den Straßen ein mittelalterlicher Markt mit vielen Menschen bei
strahlend schönem Wetter. Der Reformationstag ist hier ja Feiertag. Mehrere
Konzerte wurden angeboten. Vormittags Festgottesdienste in Schloß- und
Stadtkirche. Diesen Tag konnte jeder für sich gestalten.
Magdeburg wurde auf der Rückreise nach Rabber als Zwischenstopp angefahren.
Der Dom ist das Ziel. Mehrmals hinterließen Kriege ihre Spuren, besonders
stark war er im zweiten Weltkrieg betroffen. In ihm fand Otto I, der Große
(936 – 973) seine letzte Ruhestätte. Hier war der Mittelpunkt der von ihm
betriebenen Slawenmission. Abends kamen wir heil zu Hause an.
Rudolf Schoster


