„Zwei Väter und eine Mutter“

Von Christa Bechtel — Wittlager Kreisblatt, 06.03.2009

Rabber — Mitgerissen vom dynamischen Spiel des Posaunenchores Brockhausen-Rabber unter der Leitung von Hans-Friedrich Gerdwilker und von der ansteckenden Lebensfreude, die der Gospelchor „Gospel And More“ unter der Leitung von Karin Ventker versprühte, erfasste die Besucher des Benefizkonzerts in der Marienkirche Rabber ein Gefühl großer Begeisterung. Zudem noch Kirchenmusik für einen guten Zweck, nämlich für die faena-Peruhilfe.

„Jubilate Deo“, nannte Pastorin Monika Stallmann eingangs das Motto und sagte weiter: „Dieses Konzert hat zwei Väter und eine Mutter.“ Hans-Friedrich Gerdwilker habe die Idee für ein neues Projekt, ein Konzert gehabt. Er fragte Karin Ventker, ob ihr Chor mitmachen würde, und die Mitglieder stimmten sofort zu. „Gleichzeitig hat ein anderer gedacht, Alfred Möllers, der ein Benefizkonzert zugunsten der faena-Peruhilfe organisieren wollte“, erklärte Monika Stallmann, und man habe beschlossen: Das machen wir. „Wir haben 300 Programmzettel drucken lassen, so optimistisch waren wir“, so die Pastorin.

Der Posaunenchor eröffnete das Konzert mit „Danke“, dem sich das bekannte „Amazing Grace“ anschloss. Getragen erklang „Jesus is the answer“, und in lebendigen Klangfarben intonierten die Bläser „Oh when the saints“. Mit „We must believe“ fand der Gospelchor, der von den Lehrkräften der Kreismusikschule Klaus Konradt, Klavier, Joachim Dölker, Schlagzeug, und Klaus Leffler, Bass, begleitet wurde, einen gelungenen Einstieg.

Mit überschäumenden Emotionen sangen die Choristen weiter „A good life“ – das Leben mit Gott an deiner Seite –, „It’s all about you“ und „Down by the riverside“. Unter dem engagierten Dirigat von Karin Ventker, die impulsiv mit ganzem Körpereinsatz leitet, liefen die Choristen bereits hier zur Höchstform auf. Aber auch der Posaunenchor hatte nun für sein Repertoire bekannte Gospels wie „Go down, Moses“, „Nobody knows“ oder „Joshua fit the battle of Jericho“ gewählt, die kongenial interpretiert wurden.

Nach diesem ersten großen Musikblock schilderte Alfred Möllers sehr plastisch seinen ersten Aufenthalt in Peru in Cusco, eine Stadt, „mittelalterlich anmutend. Man konnte gar nicht anders, als begeistert zu sein“, gestand der frühere Schulamtsdirektor, der weiter sagte: „Man möchte nicht wahrnehmen, dass es in einer solchen Atmosphäre auch Armut geben kann.“ Aber schon auf dem Weg in die Berghänge des nordöstlichen Teils von Cusco seien ihm bettelnde Frauen begegnet. Und je höher man gekommen sei, desto größer die Armut. „Aber wir konnten etwas ändern“, betonte Möllers, und zählte auf, „dass sie gutes Trinkwasser täglich zu trinken bekommen oder jeden Tag ein Frühstück erhalten.“ Deshalb nehme der Vorstand mit großer Dankbarkeit das heute entgegen, „dass die beiden Chöre dieses Konzert gestalten und unsere Arbeit unterstützen.“

Eindrucksvoll setzte der Gospelchor ohne instrumentale Begleitung mit „Ezulwini“ (Ngumi-Sprache) das Programm fort. Während der Ballade „Lord hold me now“ glänzte solistisch Anita Reitel. Jubelnd bot der Posaunenchor mit „Oh happy day“ oder „What a wonderful world“ dazu den Gegenpart. Mit „Inch Allah“, ein Song von Adamo – der Chorsatz stammt von Karin Ventker –, ging der Chor aus aktuellem Anlass auf den Gazakrieg ein. Passend aber auch zum Inhalt des Konzerts: „...dass Kinder um ihr Leben beben, tagtäglich hier in deinem Land: Inch Allah!“

Mit dem beeindruckenden Spiel vom Posaunenchor und Gesang vom Gospelchor war das „Amen“ gemeinsamer Höhepunkt des Konzerts. Aber die Zuhörer wollten noch mehr, und aus diesem Grund schlossen sich zwei Zugaben an: eine vom Posaunenchor und eine vom Gospelchor.