Auf den Spuren der Welfenkaiser

In diesem Jahr unternahm der Frauenkreis mit Frau Pastorin Stallmann einen Ausflug in die Löwenstadt Braunschweig, die 800 Jahre Otto IV. feiert. Grund genug, die Ausstellung „Traum vom welfischen Kaisertum“ im Landesmuseum zu besuchen.

In zwei Gruppen wurden wir, mit Kopfhörern ausgestattet, von einer geschulten Mitarbeiterin durch die geschichtsträchtigen Ausstellungsräume geführt. Es war für uns Laien sehr schwer den Ausführungen in allen Einzelheiten zu folgen. Einiges ist jedoch sicherlich bei den Teilnehmerinnen hängen geblieben. Nachfolgend ein kurzer Abriss aus meiner Sicht:

Frauenkreis in Braunschweig
Frauenkreis in Braunschweig
Frauenkreis in Braunschweig

Otto IV., Sohn Heinrich des Löwen, aufgewachsen im Exil am englischen Königshof, ließ sich im Jahre 1209 zum römisch-deutschen Kaiser krönen, was jedoch erst durch den Mord am Stauferkönig Philip von Schwaben, ein Jahr zuvor, ermöglicht wurde. Otto IV. machte Braunschweig zu seiner Residenz und lebte dort bis zu seinem Tode 1218.

Highlights der Ausstellung sind neben vielen historischen Exponaten der seidene Kaisermantel, der in England mit Löwen und Adlern bestickt wurde sowie der „Kameo“, ein Relief, gestiftet von Otto IV., um sich beim Kölner Erzbischof zu bedanken, der maßgeblich seine Wahl forciert hatte. Auf dem Kameo sind die Heiligen Drei Könige und Otto IV. zu sehen; er schmückte anfangs die Stirnseite des Kölner Dreikönigsschreins. Er wurde 1574 gestohlen. Seit 1668 befindet sich das Original in Wien.

Gegenüber vom Landesmuseum liegt die imposante Burg Dankwarderode, die durch einen Übergang mit dem Dom verbunden ist, in dem auch Otto IV. seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Seltsamerweise in einer Art Massengrab. Beeindruckend war der große, fast bis unter das Deckengewölbe reichende siebenarmige Leuchter. Eine Nachbildung der jüdischen Menora.

Nach dem Mittagessen, das im Bistro des Museums serviert wurde, war nur wenig Zeit zur freien Verfügung. Schon bald fuhr uns der Bus zum Okerufer. Dort unternahmen wir eine 1 ½ stündige Floßfahrt mit Kaffeetafel. Vorbei ging es an wunderschön gelegenen Villen mit Bootsanlegern, erbaut um 1900. Viele unbewohnt und reparaturbedürftig, ander renoviert und zu Cafes mit Terrassen umgestaltet, die vergangene Pracht und Wohlstand zeigen. An der gegenüberliegenden Uferseite sind schöne Parkanlagen mit altem Baumbestand zu sehen.

Die Zeit verging wie im Fluge. Wir hatten einen wunderschönen Tag, auch vom Wetter her. Frau Stallmann hat wohl einen besonderen Draht nach „oben“!

Magdalene Wilms, Ausflugsteilnehmerin