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Jubelfeier aus Anlass
des 100jährigen Bestehens.
Festgottesdienst in Rabber am 12.07.1952
Bedeutungsvoller Tag für Brockhausen.
Das kleine Dorf Brockhausen, jenseits des Kanals,
ein wenig ab von der "grossen Welt", stand
erst kürzlich im Mittelpunkt eines Festes, das
auch Zeugnis ablegte von dem Gemeinschaftssinn, der
die Menschen dieses kleinen Ortes erfüllt. Wenn
damals Brockhausen für die Feuerwehrleute aus dem
Kreise Wittlage bedeutungsvoll war, so wird es am kommenden
Sonntag weit über die eigene Kreisgrenze, ja sogar
über den Regierungsbezirk Osnabrück hinaus
von sich reden machen.
Der Kirchenchor Brockhausen feiert am kommenden Sonntag
sein 100jähriges Bestehen. Er ist der älteste
Kirchenchor Niedersachsens. Und das ist immerhin ein
Ereignis, das die Männer und Frauen dieser Gemeinde
mit Stolz erfüllt. Obwohl draussen auf den Feldern
viel zu schaffen ist, obwohl Bauer und Bäuerin,
wenn sie spät abends heimkehren, müde sind
vom Tagewerk, in diesen Tagen tritt das eigene Ich zurück,
und im Vordergrund steht das Dorf, das es zu schmücken
gilt für den aussergewöhnlichen Festtag.
Schneider Albers, der für Brockhausen ein Stück
Gemeindegeschichte bedeutet, gründete 1851 den
Posaunenchor. Man spielte neue Choräle, und mit
der Zeit wurde der Wunsch laut, diese Melodien zu singen.
Schneider Albers holte sich 1852 dann Männer und
Frauen, und er übte mit ihnen, auch mehrstimmig,
die Choräle ein. Sonntags wurden sie in der Kirche
gesungen. Das war der Anfang des Kirchenchores, der
nun sein 100jähriges Bestehen feiern kann. Als
der Gründer Schneider Albers 1893 starb, gehörten
dem Chor schon immerhin 25 Mitglieder an. Viel mehr
aber waren begeisterte Zuhörer.
1865 wurde in Brockhausen eine Lehrerstelle eingerichtet,
und Lehrer Fülling übernahm die Leitung des
Chores.
1875 wurde er von Lehrer Radtke abgelöst, der das
Amt des Chorleiters bis zu seiner Pensionierung im Jahre
1905 ausübte.
Von 1905 bis 1910 war Lehrer Krümpel um das Wohl
des Chores bemüht; und seit dem 01. Januar 1911
liegt das Schicksal des Kirchenchores in den guten Händen
von Hauptlehrer a. D. Heinrich Meier. Bis zu dem heutigen
Tage weist der Chor eine Mitgliederzahl von 45 aktiven
Sängerinnen und Sängern auf. Neben der Pflege
des geistlichen Liedes kommt auch das Volkslied nicht
zu kurz.
Es ist vielleicht noch interessant, wenn erwähnt
wird, dass 1913 der Chor seinen ersten Familienabend
veranstaltete. Bisher kannte man so etwas in dieser
Gegend noch nicht. Und Lehrer Meier musste der Regierung
Osnabrück davon berichten. Noch heute wird das
Familiäre innerhalb des Chores gepflegt.
Landesbischof Dr. D. Lilje wäre, wenn er nicht
zur Zeit in Amerika weilen würde, zum Jubiläumsfest
nach Brockhausen gekommen. Doch hohe Würdenträger
der evangelischen Kirche haben ihr Erscheinen zugesagt.
So wird Landessuperintendent Hoyer aus Stade in Brockhausen
sein, weiterhin Landessuperintendent Brand aus Georgsmarienhütte
und Superintendent Bruns aus Buer.
Die offiziellen Feierlichkeiten beginnen nachmittags
um 15 Uhr im Rott mit dem Singen der Chöre. Der
Festgottesdienst wird um 9.30 Uhr gehalten. Etwa 200
Sängerinnen und Sänger werden an den Feierlichkeiten
teilnehmen. So u. a. auch Chöre aus Melle, Hoyel,
Neuenkirchen, Buer, Lintorf, Bad Essen, Ostercappeln
und natürlich auch der Jubiläumschor von Brockhausen.
Die Posaunenchöre von Brockhausen und Rabber werden
ebenfalls mitwirken. |
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